MBCollaborations | Blog DE

Warum ein neue Software für Modularisierung selten erfolgreich ist

Eine neue Software für die erfolgreiche Modularisierung Ihrer Produkte kaufen und anschließend wie von Zauberhand modulare Produktarchitekturen im Baukastenprinzip entwicklen? Im Blog von MB Collaborations erfahren Sie:

  • Warum diese Softwarelösungen bei der Entwicklung von modularen Baukästen und Produktarchitekturen häufig trotz zuckersüßer Werbebotschaften nicht zum gewünschten Erfolg führen
  • Welche strategischen Überlegungen der Investition in eine Software vorausgehen sollten

Unflexible IT-Tools für einzigartige Vorgehensweisen und unterschiedliche Ziele

Die eine richtige Methode, die Ihnen und Ihrer Organisation von heute auf morgen hilft einen modularen Baukasten zu entwickeln? Die gibt es nicht. Das wissen Sie vielleicht auch schon durch unsere Workshops zum Thema Modularisierung.

Und was für die Methoden gilt, gilt auch für die Softwareunterstützung durch spezialisierte IT-Tools. Denn: Durch die Auswahl einer Software legen Sie sich automatisch auf eine Vorgehensweise fest, die vielleicht jedoch gar nicht zu der von Ihnen benötigten Vorgehensweise und den Zielen Ihrer Organisation passt.

Hinzu kommt, dass Sie gerade in frühen Phasen der Produktentwicklung einen hohen Grad an Flexibilität benötigen, um mit entsprechenden Änderungen effizient umgehen zu können. Diese Flexibilität bringen Optimierungswerkzeuge in der Regel nicht mit. In der Konsequenz entwickeln Mitarbeiter Workarounds, welche lokal abgelegt werden.

Kein modularer Baukasten dank IT-Tools, sondern dank der Menschen in der Organisation

Die Verlockung ist groß und die Werbebotschaften schmecken zuckersüß: Sie kaufen eine Softwarelösung und der modulare Baukasten entwickelt sich mehr oder weniger von selbst. Leider sieht die Realität anders aus.

Modulare Produktentwicklung unterscheidet sich wesentlich von der herkömmlichen, sequenziellen Produktentwicklung, bei der eine Variante nach der anderen entwickelt wird (Copy&Paste Approach). Außerdem können Sie die Implementierung und damit die Befähigung Ihrer Mitarbeiter nicht im App Store herunterladen. Zunächst muss Ihre Organisation – und im ersten Schritt Ihre Pilotgruppe – verstehen, wie Modularisierung, Komplexitätsmanagement und Variantenmanagement funktionieren und vor allem welche Implikationen diese für Ihre Organisation haben.

New Call-to-action

Vorher kennen Sie IHRE Anforderungen an ein neue Variantenmanagement Software zur Entwicklung einer modularen Produktarchitektur gar nicht. Von daher sollten Sie sich gerade am Anfang auf Ihre Ziele und deren Umsetzung fokussieren. Es gibt viel zu tun. Und der Fokus, mit dem Dinge angegangen werden, ist entscheidend für den Erfolg Ihres Projektes.

Zu komplexe Produkte für ein einfaches IT-Tool

Wir haben bei MB Collaborations die Erfahrung gemacht, dass IT-Tools zur Optimierung von modularen Baukästen häufig nur bei einfachen Produkten funktionieren. Die Anwendung auf komplexe Produkte überfordert sie in der Regel. Das heißt, wenn Sie in Ihrem Portfolio nur wenige Produktvarianten haben und entsprechend eine überschaubare Anzahl an Komponenten konfigurieren müssen, kann das funktionieren.

In der heutigen Zeit ist das in der Regel nicht der Fall. Es gibt nahezu unendlich viele Konfigurationsvarianten Ihrer Produkte und nicht selten mehr als 10.000 Komponenten, die entwickelt und konfiguriert werden müssen. IT Tools zur Modularisierung kommen hier oft an ihre Leistungsgrenze und verschwinden wieder in der Schublade.

Parallelwelten zu vorhandenen IT-Tools durch suboptimale Schnittstellen

In Ihrer Organisation gibt es bereits eine ERP Lösung, Sie verwenden ein PDM/PLM System und brauchen eine CAD Umgebung. Alle diese Softwarelösungen bringen in der Regel noch Erweiterungen mit. Dies können beispielsweise Erweiterungen im Bereich des Anforderungsmanagements sowie verschiedenste Erweiterungen aus dem Bereich des Variantenmanagementments (z.B. der SAP Variantenkonfigurator) sein.

Getrieben durch die individuellen Kundenwünsche gibt es in vielen Organisationen heutzutage auch mindestens einen Produktkonfigurator, der die Produktkonfiguration durch die Erstellung von Konfigurationsmodellen unterstützt.

Alle diese Softwaretools haben ihre Daseinsberechtigung. Jedoch gibt es schon heute viele Informationen, die parallel in den entsprechenden Tools verwaltet und eigentlich nahtlos integriert werden müssen. Bringen spezialisierte Beratungen jetzt noch eine weitere Software mit, werden hierfür in der Regel auch Funktionalitäten integriert, die bereits in Ihrer Softwareumgebung vorhanden sind. Beispiele dafür lassen sich häufig im Bereich der Konfiguration von Produkten finden: Variantentreiber sind zum Beispiel nichts anderes als Kundeneigenschaften, die man durch die Definition von Regeln über Konfigurationsmodelle im Produktkonfigurator abbildet.

Die vielgelobten Schnittstellen passen häufig nicht auf Ihre spezifischen Herausforderungen und Parallelwelten führen generell zu Mehraufwand in der Datenpflege sowie zu Inkonsistenzen zwischen den Systemen.

Warum spezialisierte Beratungen für Modularisierung Software verkaufen

Lassen Sie uns nun noch über ein offenes Geheimnis sprechen: Haben Sie sich auch schon gefragt, warum Unternehmensberatungen immer häufiger Softwaretools verkaufen?

Der Hintergrund ist das Geschäftsmodell einer jeden Unternehmensberatung: Wenn eine Unternehmensberatung ihre Dienstleistungen verkauft, steigt der Umsatz proportional zur Anzahl der verkauften Projekte und Personen. Ist ein Projekt beendet, kann jedoch kein Umsatz mehr generiert werden.

Der Verkauf von Softwarelösungen ist an dieser Stelle sehr reizvoll – nach einem abgeschlossenen Projekt können über Lizenz- und Servicegebühren weitere Umsätze generiert werden. Dies muss nicht immer im Sinn Ihrer Organisation sein.

Fazit: Auf das Ziel hinarbeiten - eine leistungsfähige, nachhaltige und langfristige Implementierung in die eigene Softwareumgebung

Falls möglich, ist es sinnvoll von Anfang an in der richtigen Softwareumgebung mit der finalen Lösung zu arbeiten, die auf Ihre bereits installierten Systeme aufbaut. Häufig ist das nicht möglich, da Ihre IT-Umgebung eine modulare Vorgehensweise noch nicht reflektiert.

In diesem Fall können Sie flexible Werkzeuge aus Ihrer bestehenden Umgebung zur Unterstützung bei der Entwicklung Ihres modularen Baukastens einsetzen, während Sie und Ihre Organisation lernen, die spezifischen Herausforderungen der modularen Produktentwicklung und die daraus resultierenden IT-Anforderungen zu verstehen.

Das Ziel muss eine leistungsfähige, nachhaltige und langfristige Implementierung in Ihre Softwareumgebung ohne Mehraufwand in der Datenpflege und Inkonsistenzen zwischen den Systemen sein.

New call-to-action

 

Kommentare

Blogverzeichnis - Bloggerei.de